insMuseum.com

131 Tage – 131 Objekte – 131 Museen
17. September '12

insMuseum.com – Resümee und Ausblick

insMuseum.com. 131 Objekte – 131 Museen
Herausgegeben von
Museumsbund Österreich und ICOM Österreich

Zwischen Mai und September 2012 präsentierten wir in einer weltweit einzigartigen Kampagne großartige, spezielle, sonderbare und unvergleichliche Objekte aus 131 ausgezeichneten Museen, gleichzeitig ein Abbild der großartigen österreichischen Museumslandschaft: Die professionellen Bundes- und Landesmuseen stehen neben (weitgehend) ehrenamtlich geführten aber nicht weniger engagierten Regional- und Heimatmuseen, volkskundliche Objekte stehen neben archäologischen Artefakten und die Kunst neben Technik und Naturwissenschaften.

Nun liegt der 320 Seiten und knapp 500 Farbabbildungen umfassende Katalog vor: zum Nachlesen, Nachschauen und als Anregung für Ihren nächsten Museumsbesuch.

Museumsbund Österreich und ICOM Österreich (Hg.)
insMuseum.com. 131 Objekte – 131 Museen.
ISBN 978-3-200-02771-8

Preis: 27 € (zzgl. Versandkosten)

Jetzt bestellen unter info@museumsbund.at.

8. September '12

Zeichnung ‚Austria‘, Alfred Kubin, 1945

Kubinhaus Zwickledt, Wernstein am Inn, Oberösterreich

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden, handelt es sich bei der Federzeichnung ‚Austria‘ um ein Hauptwerk Alfred Kubins mit zeitgeschichtlichem Hintergrund.


Foto: Oberösterreichische Landesmuseen

Das personifizierte Österreich präsentiert sich in Form einer molligen, unproportionierten Frau. Das allzu enge Korsett scheint ihr den Atem zu nehmen, da sie sich mit der rechten Hand erschrocken an die Brust greift, während sie mit der linken eine Lyra fast wie einen Schutzschild in die Höhe hält. Sie verweist damit auf das Kulturland Österreich, das besonders im Bereich der Musik auf eine prägende Tradition zurückblicken kann. In dieser Zeichnung gelingt es Kubin, das Spannungsfeld zwischen neuer Identitätsfindung und Vergangenheitsbewältigung auf ironische Weise bildlich umzusetzen.

Gerade in jüngster Zeit erfahren die Zeichnungen des 1877 in Litoměřice/Leitmeritz (CZ) geborenen Künstlers Alfred Kubin immer größere Beachtung. Die Oberösterreichischen Landesmuseen betreuen die weltweit größte Kubin-Sammlung. Das Wohn- und Arbeitshaus des 1959 auch in Zwickledt verstorbenen Künstlers ist heute einerseits ein besonderer musealer Erinnerungsort, andererseits ein permanenter Schauplatz der zeitgemäßen Auseinandersetzung mit seinem Werk.

Objektdaten
Material: Tusche auf Papier
Größe: 39,5 x 30,3 cm
Signiert und Datiert: Alf Kubin, Mai 1945
Oberösterreichische Landesmuseen, Graphische Sammlung

Kubinhaus
Zwickledt Nr. 7
4783 Wernstein am Inn
+43/ 7713/ 6603
kubinhaus@landesmuseum.at
www.landesmuseum.at

7. September '12

Präparat Braunbär (Ursus arctos)

Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten

Präparat einer jungen Braunbärin, die vermutlich 1994 im Ötschergebiet illegal erlegt wurde. Die Dermoplastik wurde vom Bundeskriminalamt sichergestellt und kam 2008 an das Landesmuseum Niederösterreich.


Foto:Landesmuseum Niederösterreich

Von den rund 35 Braunbären, die im Laufe der letzten Jahrzehnte in den nördlichen Kalkalpen festgestellt wurden, ist heute keiner mehr am Leben. Der dramatische Rückgang der Braunbärenpopulation in diesem Gebiet seit dem Jahr 2000 war Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Ab 2007 wurde in Kooperation zwischen WWF, dem Bundeskriminalamt, dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Universität Wien und dem NÖ Landesjagdverband versucht, die Ursachen für diesen ‚Bärenschwund‘ zu klären.

Im Zuge der Ermittlungen wurde das Präparat eines illegal erlegten Braunbären sichergestellt. Eine DNA-Analyse ermöglichte die Zuordnung des Tieres: Es handelte sich um die etwa 1,5 Jahre alte Tochter der 1992 ausgesetzten Bärin ‚Cilka‘, die 1994 samt ihren beiden Jungtieren verschwand. Das Präparat wurde beschlagnahmt und kam 2008 ins Landesmuseum Niederösterreich. Es ist wichtiges Dokument für die zweite Ausrottungsphase des Braunbären in Niederösterreich, aber auch trauriges Symbol für den erbärmlichen Umgang des Menschen mit bedrohten Tierarten.

Landesmuseum Niederösterreich
Kulturbezirk 5
3100 St. Pölten
+43/ 2742/ 90 80 90
office@landesmuseum.net
www.landesmuseum.net

6. September '12

Olivinbombe

Geo-Info Kapfenstein, Steiermark

Dieses Mineralgeschoß aus dem obersten Erdmantel wurde vor ca. zwei Millionen Jahren mit dem Magma durch die gesamte Erdkruste transportiert und bei einem stark explosiven Vulkanausbruch durch die Luft gewirbelt.


Foto: Gemeinde Kapfenstein

Olivinbomben aus Kapfenstein sind seit Beginn des 19. Jahrhunderts bekannt und in vielen Naturmuseen weltweit zu finden. Diese eisenhältigen und daher schweren Kristalle gehören zu den ersten Mineralbildungen einer abkühlenden Gesteinsschmelze. Nur manche Vulkane fördern im Zuge ihrer Aktivität diesen ‚schweren Satz‘ einer Magmenkammer bis an die Erdoberfläche. Das Museum Geo-Info Kapfenstein zeigt unterschiedliche Variationen von Xenolithen (Fremdgesteinseinschlüsse in magmatischen Schmelzen), die aus der Sammlung von Prof. Dr. Arthur Winkler-Hermaden stammen und gibt Einblick in die landschaftlichen Veränderungen einer dynamischen Region mit viel (Erd-)Geschichte.

Die Zusammensetzung dieser begehrten Sammlerobjekte berichtet über Druck- und Temperaturbedingungen im obersten Erdmantel in rund 60 km Tiefe. Viele petrographische Studien beschäftigen sich mit den mineralogischen Raritäten. Bei Wanderungen entlang des Geo-Trails Kapfenstein kann man bei genauem Hinschauen immer wieder Olivinbomben entdecken. Dieser Weg durch den Vulkan erklärt an 11 Stationen dessen Entstehung. Auch so mancher alte Baustein aus vulkanischem Tuff beinhaltet diese besonderen Mineralien. Olivin, ein hellgrünes Mineral ist ein Markenzeichen des Kapfensteiner Vulkans und namensgebend für einen besonderen Rotwein.

Objektdaten
wissenschaftliche Bezeichnung: Mantelxenolith
Durchmesser: 13 cm
Fundort: Kapfenstein
Vorkommen: in vulkanischen Tuffgesteinen im Steirischen Vulkanland und Südburgenland

Geo-Info Kapfenstein
8353Kapfenstein 123
+43/ 3157/ 2235
gemeinde@kapfenstein.at
www.kapfenstein.at

5. September '12

Kaisersemmel

Porzellanmuseum im Augarten, Wien

Kaisersemmel der kaiserlichen Manufaktur, Porzellan, Wien 1864, ausgestellt im Porzellanmuseum im Augarten


Foto: © Porzellanmuseum im Augarten

Das kaiserliche Lustgebäude im Augarten beherbergt seit Juni 2011 das Porzellanmuseum im Augarten, das die nunmehr nahezu 300-jährige Geschichte des Wiener Porzellans dokumentiert. Die berühmte Kaisersemmel aus Porzellan bildet den Schlusspunkt der Präsentation der Geschichte des Wiener Porzellans und das Ende des Rundganges, der gleichzeitig das Ende der kaiserlichen Porzellanmanufaktur im Jahr 1864 markiert.

Besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lassen sich im Sortiment von Porzellanmanufakturen trompe l´oeil – Ausformungen finden, wohl um der Belustigung von Gästen zu dienen, die eine Porzellansemmel in der kunstvoll gefalteten Serviette fanden. Die Wiener Kaisersemmel – das handgewirkte, traditionelle Wiener Weißgebäck von runder Form – zeichnet sich durch lange Teigführung von mindestens zwei Stunden aus. Der fünfteilige Stern wurde ursprünglich durch aufwendiges Falten des Teiges erzeugt, heute wird ein spezieller Stempel in den Teig gedrückt, der die Oberseite der Semmel knusprig und resch macht.

Die Bezeichnung erlangte die Semmel durch die persönliche Vorliebe des Kaisers Franz Joseph I. und durch die Tatsache, dass das begehrte Weißgebäck am Geburtstag des Kaisers, dem 18. August, in allen Städten der Monarchie an die Bevölkerung verteilt wurde. Noch heute ist die Kaisersemmel auch in den ehemaligen Kronländern bekannt.

Objektdaten
Material: Porzellan, eingepresster Bindenschild, eingepresste Jahreszahl 864 (sic!), Weißdrehernummer 19 (Christoph Schwarz von 1827 bis 1865 in den Verdienstlisten belegt)
Herkunft: Kaiserliche Manufaktur, Wien
Höhe: 4 cm
Durchmesser: 7,5 cm

Porzellanmuseum im Augarten
Obere Augartenstrasse 1
1020 Wien
+43/ 1/ 211 24 -200
museum@augarten.at
www.augarten.at

4. September '12

insMuseum.com – Gewinnspiel #4: ‚Salzburg-Packerl‘ des Salzburg Museum

Teilnahme bis spätestens 10. September 2012, 15.00 Uhr
Antworten an: info@museumsbund.at



Zu gewinnen gibt es fünf‚Salzburg-Packerl‘ des Salzburg Museum mit jeweils zwei Familien-Freikarten für das Spielzeugmuseum und zwei Katalogen aus dem Salzburg Museum (Hans Makart; Die Hohen Tauern).

Die Fragen (zu vier bereits veröffentlichten Objekten):

1.) Nennen Sie drei Städte, in denen das Salzburg Panorama von Johann Michael Sattler bei seiner Reise durch Europa (1829–1839) ausgestellt war.

2.) Die Keltenmaske ist das Logo des Keltenmuseums Hallein. Wo wurde sie gefunden?

3.) Eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Hostientauben aus vergoldetem Kupfer und Email befindet sich im Dommuseum zu Salzburg. Wo wurden diese Tauben einst aufbewahrt?

4.) Wofür verwendete man einen Bimperling?

Teilnahme bitte bis spätestens 10. September 2012, 15.00 Uhr
Antworten an: info@museumsbund.at

Gewinner werden per E-Mail verständigt. Preise sind nicht in bar ablösbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Namen der Gewinner werden veröffentlicht.

4. September '12

Weinviertler Hakenhof

Weinviertler Museumsdorf Niedersulz, Niederösterreich

Im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz wurde vor einigen Jahren eine in der Hausforschung bisher unbekannte Sonderform des Zwerchhofs entdeckt!


Foto: Dietmar Bodensteiner

1990 wurde ein Gehöft aus Kettlasbrunn, 1991 eines aus Hörersdorf im Museumsdorf aufgebaut. Beide weisen einen L-förmigen Grundriss mit einer besonderen Verteilung der Wohn- und Wirtschaftsräume auf: Der straßenseitig ausgerichtete Längstrakt beherbergt die Stallungen. Die Wohnräume befinden sich im rückwärts angesetzten Quertrakt – also eine spiegelbildliche Entsprechung des Zwerchhofs. Allerdings ist die Stube in den Quertrakt sowie die Rauchküche in die Hausecke verlagert, sodass durch die hofseitigen Fenster der Stube die Ausrichtung auf die Dorfzeile beibehalten bleibt. Das Gehöft kann ebenso wie der Zwerchhof mit einer Längslaube (,Trettn‘) ausgestattet sein.

Der Grund für die Entstehung dieser Hausform liegt möglicherweise in der Lage der Höfe entlang des sumpfigen, feuchten Geländes eines Baches. Der rückverlagerte Wohntrakt bot vermutlich größeren Schutz vor Nässe, was die deutliche Abrückung des Gehöfts vom Bach weg noch unterstreicht. Die beiden Höfe sind im Museumsdorf ebenfalls von der Dorfzeile am Sulzbach abgerückt wieder aufgebaut worden. Als Bezeichnung für diese Hofform wählte der Autor des Museumsführers, Dr. Richard Edl, lange Jahre ehrenamtlich beim Aufbau des Museumsdorfs, der Erforschung der Hausgeschichten sowie als Obmann des Freundesvereins tätig, ‚Weinviertler Hakenhof‘. Die Erforschung des genauen Verbreitungsgebietes dieser speziellen Gehöftform – über einige Weinviertler Bachtäler hinaus – zählt zu den nächsten Forschungsvorhaben des Museumsdorfs.

Objektdaten
Gebäude in Lehm- und/oder Ziegelbautechnik, Wohn- und Wirtschaftsräume unter einem Dach
Herkunft: Kettlasbrunn und Hörersdorf

Weinviertler Museumsdorf Niedersulz
2224 Niedersulz 250
+43/2534/ 333
info@museumsdorf.at
www.museumsdorf.at

3. September '12

Stahlhelme

Museum 1915-1918 ‚Vom Ortler bis zur Adria‘, Kötschach-Mauthen, Kärnten

Mit der Einführung des Stahlhelms im Ersten Weltkrieg konnte die hohe Anzahl von Kopfverletzungen – hervorgerufen durch Granat- oder Steinsplitter – deutlich reduziert werden.


Links: Adrian Helm, rechts: österreich-ungarischer Helm nach ‚deutschem Muster‘. Foto: Dolomitenfreunde, Gabriele Schaumann

Bereits im Dezember 1914 ließ der französische General Adrian einige Soldaten probehalber mit Stahlkappen ausstatten, die den Kopf schützen sollten. Versuche ergaben, dass diese im Gebrauch etwa zwei Drittel aller Granatsplitter widerstanden. Man begann mit der Produktion des ‚Adrian‘-Helms, der im Juli 1915 erstmals an der Front zum Einsatz kam. Diesen Helm übernahm u.a. auch die italienische Armee.

Marinegeneralarzt Prof. Dr. August Bier, damals beratender Chirurg an der Westfront, regte im August 1915 die Entwicklung eines deutschen Stahlschutzhelms an. Im Dezember 1915 wurden erste Exemplare des Helms an der Front erfolgreich getestet und in der Folge die Massenproduktion angeordnet. Zu Beginn der Schlacht um Verdun waren manche der dort kämpfenden deutschen Einheiten bereits mit den neuen Helmen ‚Muster 1916‘ ausgerüstet.

Seitens des technischen Militärkomitees in Österreich wurden 1915/16 verschiedene Prototypen geschaffen. Die 5. Armee im Karstgebirge erhielt anfangs als Improvisation einen abgeänderten Dragonerhelm. Die erfolgreiche Verwendung des deutschen Stahlhelms bei Verdun gab schließlich den Ausschlag zur Einführung des deutschen Stahlhelms ‚Muster 1916‘ auch in Österreich-Ungarn. Das Fehlen der speziellen Tiefzieh- und Stahlbiegemaschinen verhinderte zunächst die Produktion durch österreichische Firmen. Deutsche Lieferungen deckten vorerst den österreichischen Bedarf. Parallel dazu produzierte die Firma Krupp-Berndorf einen eigenen ‚Berndorfer-Helm‘ und lieferte diesen als Übergangslösung an die österreichisch-ungarischen Truppen aus, er wurde aber dann durch in Österreich gefertigte Helme ‚nach deutschem Muster‘ ersetzt.

Wegen des eingetretenen Rohstoffmangels konnten nicht mehr alle Truppen mit Stahlhelmen ausgerüstet werden, trotzdem konnte die Zahl der schweren Kopfverletzungen der Soldaten in den Kriegsjahren durch die bereits vorhandenen Helme drastisch verringert werden.

Museum 1915-1918 ‚Vom Ortler bis zur Adria‘
Rathaus
9640 Kötschach-Mauthen
+43/ 4715/ 8513 -32
museum@dolomitenfreunde.at
www.dolomitenfreunde.at

2. September '12

Die ‚Hexe’ aus St. Pölten

Stadtmuseum St. Pölten, Niederösterreich

Ein tragbares Beleuchtungsgerät des späten Mittelalters in Gestalt einer weiblichen Figur, deren Gesichtszüge an heutige Hexen- bzw. Teufelsdarstellungen erinnern. Gefunden in einer Latrine innerhalb des Klosters des Hl. Hippolytus am Domplatz von St. Pölten.


Foto: © Stadtmuseum St. Pölten, Foto: N. Gail

Latrinen dienten auch der Entsorgung von unbrauchbar gewordenen Gegenständen des alltäglichen Lebens sowie Speise- und Küchenabfällen. Einzigartig und als Prunkstück unter dem reichen Fundmaterial aus der Latrine vom Domplatz hervorzuheben ist der hier vorgestellte Gegenstand in Form einer weiblichen Figur, deren Physiognomie stark an heutige Teufels- oder Hexendarstellungen erinnert. Sehr markant ausgebildet sind das spitze Kinn, die bereits an der Stirn ansetzende große Nase und die Ohren, die eher tierisch als menschlich zu bezeichnen sind. Die rechte Gesichtshälfte wird durch rote Bemalung im Bereich des Auges und Mundes zusätzlich betont. Zwischen den nach oben gerichteten Ohren befindet sich ein Diadem, das die Interpretation als weibliche Figur unterstützt. Die Haare sind durch regelmäßige feine Einritzungen angedeutet. An der Rückseite ist ein Vertikalhenkel angebracht. Die Arme, von denen nur noch Teile des rechten erhalten geblieben sind, umfassten wahrscheinlich eine kleine Schale mit zentraler Tülle. Damit kann dieser Gegenstand als tragbares Beleuchtungsgerät angesprochen werden.

Hingegen ist bei genauer Betrachtung vor allem der Gesichtsgestaltung eine Interpretation als Marienstatuette, wie in manchen Medien kolportiert wurde, auszuschließen. Gerade im Mittelalter, vor allem im klösterlichen Milieu, finden sich in Architektur, Kunst, Buchmalerei oder auch auf Mobiliar zahlreiche Darstellungen von Dämonen, Fabelwesen oder Monstern, gebildet aus menschlichen und tierischen Körperteilen oder gekennzeichnet durch übersteigerte Darstellung von bekannten Fehlbildungen. Ähnliches lässt sich auch an unserem Objekt festhalten, sodass die Bezeichnung ‚dämonenhafte weibliche Figur’ zutreffend erscheint.

Objektdaten
Bezeichnung: figürliche Hohlform
Interpretation: Beleuchtungsgerät
Material: Keramik
Technik: reduzierend gebrannt mit verstärkter Schlussreduktion
Höhe: 19,8 cm
Bodendurchmesser: 9,7 cm
Fundort: St. Pölten, Domplatz 2010
Fundumstände: in der Verfüllung einer spätmittelalterlichen Klosterlatrine
Datierung: 15. Jahrhundert

Stadtmuseum St. Pölten
Prandtauerstraße 2
3100 St. Pölten
+43/ 2742/ 333 2643
office@stadtmuseum-stpoelten.at
www.stadtmuseum-stpoelten.at

1. September '12

Zeichnung: Österreichisches Kulturforum in New York – 3 Ansichten, 1993

Architekturzentrum Wien, Wien

Manhattan, Austria: Mit Raimund Abrahams spektakulärem Bau des österreichischen Kulturforums in New York hat Österreich 2002 ein architektonisches Zeichen gesetzt und international für Furore gesorgt.


3 Ansichten, 1993, Tusche, Farbstifte und Wasserfarben auf Papier, 181 x 90 cm. Foto: Sammlung Architekturzentrum Wien

Raimund Abrahams spektakulärster Bau, das Kulturforum in New York, feierte im April 2012 sein zehnjähriges Bestehen. Die Dokumente der Entstehung des Projektes, Pläne, Modelle etc. befinden sich im Architekturzentrum Wien (Az W).

Schon 1992 versprach Michael Z. Wise im ‚New York Observer’, dass das Österreichische Kulturinstitut zu einem „der bedeutendsten architektonischen Werke der letzten Jahrzehnte in New York“ werden wird. Der Tiroler Architekt Raimund Abraham ging als Gewinner des Wettbewerbs hervor und begann 1993 mit den Entwurfsplanungen für das 19-stöckige Gebäude. Das Kulturinstitut musste 1995 als erster Bau im Ausland nach den neuen Vergaberichtlinien europaweit ausgeschrieben werden. In der Zwischenzeit hatte sich die politische Landschaft in Österreich verändert und der Bau geriet zwischen die politischen Fronten. Erst im Jahr 1998 konnte mit der Umsetzung des 7,6 m breiten und 80 m hohen Gebäudes begonnen werden.

Abraham gelang mit der Fertigstellung des Kulturinstituts im Jahr 2000 ein Meilenstein in der amerikanischen Architekturlandschaft. Mit seinem ‚archaischen’ Erscheinungsbild nimmt der schmale Wolkenkratzer den Dialog mit den Großen auf und beginnt einen selbstbewussten Monolog. „Jeder Ort bietet eine andere Herausforderung und daher glaube ich, dass in der Architektur die Transformation eines Ortes wichtiger ist als das Gebäude selbst“. (Raimund Abraham)

Die Zeichnungen von Abraham werden von 28. März bis 8. Juli 2013 in der Ausstellung ‚Das Gold des Az W’ gezeigt. Diese Ausstellung wird die hochkarätige Sammlung des Az W, und damit auch die Architekturgeschichte der Moderne Österreichs, für die Öffentlichkeit zugänglich und sichtbar machen.

Architekturzentrum Wien
Museumsplatz 1
1070 Wien
+43/ 1/ 522 31 15
office@azw.at
www.azw.at